Die Körperschaftsteuer im amerikanischen Wahlkampf

 Die USA weisen ein großes Defizit in ihrem Haushalt auf. Dieses Defizit könnte noch wachsen, denn die Kandidaten im amerikanischen Wahlkampf um das Amt des Präsidenten haben unterschiedliche Pläne hinsichtlich der Körperschaftssteuer.

Bei der Körperschaftsteuer handelt es sich um eine Steuer auf das Einkommen von Firmen, Vereinen, Genossenschaften und Stiftungen. Noch im Jahre 1950 brachte den USA eben diese Körperschaftsteuer 30% ihres Staatshaushaltes ein, doch 2015 waren es nur 11%. Das Absinken wird meist damit erklärt, dass Firmen einen Großteil ihrer Einkommen zunehmend im Ausland erwirtschaften, was zu einer geringeren Besteuerung führt. Außerdem finden Unternehmen immer wieder Steuerschlupflöcher. Auch gibt es zunehmende Steuerausnahmen und eine Verringerung des Steuersatzes selbst. Einige Unternehmen ändern ihre juristische Form in solche, die nicht mit einer Körperschaftsteuer belegt sind, wie zum Beispiel Partnerschaften.

Trotz dieser schwindenden Einnahmen hat der Präsidentschaftskandidat Donald Trump den Plan, den Steuersatz für Unternehmen abzusenken, von derzeit 35% auf nur 15%. Im Gegenzug möchte er Steuerausnahmen und -vergünstigungen streichen. Auf diese Weise würden die Steuereinnahmen zwar nicht erhöht, aber auch nicht weiter absinken. Das Zahlen der Steuern wäre aber vereinfacht. Diese Position vertreten viele Republikaner, also die Partei, der Donald Trump angehört. Andere aber prophezeien, dass ein solcher Schritt den amerikanischen Staat 1,9 Billionen $ in den nächsten 10 Jahren kosten würden.

Hillary Clinton dagegen möchte die Steuern auf Unternehmensprofite nicht senken, aber ebenfalls Schlupflöcher und Vergünstigungen abschaffen. Ihr Plan würde dem amerikanischen Haushalt geschätzte 136 Milliarden $ Mehreinnahmen in den nächsten 10 Jahren verschaffen. Ihr Sprecher bestärkte ihre Position. Es sei das Ziel Hillary Clintons, Unternehmen ihren fairen Anteil zahlen zu lassen und nicht ihre Verantwortung zu verringern.

Sanders Plan dagegen sieht eine Erhöhung des Steuersatzes auf Einnahmen aus dem Ausland vor. Dies würde für den Staatshaushalt eine Billion $ zusätzlich in den nächsten 10 Jahren bedeuten.

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